O Herr, welch ein Abend
Konzentriert und leistungsbereit
Ingenheim: Jahreskonzert des Männergesangvereins (MGV) „Eintracht"
Von Fritz Limbacher
Am Vorabend des 1. Adventsonntages hatte der Gesangverein Männergesangvereins (MGV) „Eintracht" Ingenheim zu seinem Jahreskonzert unter dem Motto „O Herr, welch ein Abend' in die katholische Pfarrkirche in Ingenheim eingeladen.
Die Sänger beider Chöre - des Adhoc-Chors und des Männerchors - hatten sich musikalische Mitstreiter eingeladen, nämlich den Flötenkreis Ingenheim unter der Leitung von Christa Hirsch-Piepenbrink, die mit ihren vier jungen Flötistinnen durch ihr gekonntes Spiel gefielen, besonders beim adventlichen Medley, das den zweiten Programmteil mit weihnachtlicher Chorliteratur einleitete Ein vortrefflicher Begleiter am Klavier war Clemens Kuhn.
Die 46 Sänger des Männerchors starteten in ein durchaus umfangreiches Chorprogramm mit Grolls „O Herr, welch ein Abend' und bewiesen hier bereits, wie Männerchorgesang auch sein kann: sehr differenziert in Tempo und Dynamik und dennoch ausdrucksstark, wie auch beim rhythmisch nicht einfachen „Gloria' von Jens Röth oder bei Schüßlers „Tebe moem' und Riffels „Handwerkers Abendgebet'.
Souverän und Chormusik gestaltend, präsentierte sich der Männerchor auch bei der „Abendruhe', seines Dirigenten Musikdirektor Rolf Kern, dem die Gesamtleitung des Konzerts oblag. Vom zarten duftigen Piano bis zum massiv hallenden Forte präsentierten sich die Sänger in großer Form, sauber auf den Punkt gesungen, sprachlich geschult, konzentriert und leistungsbereit mit permanentem Blickkontakt zum Dirigenten.
Ähnliches gilt für die überwiegend jungen Sängerinnen und Sänger des gemischten Adhoc-Chors. Schwebende Frauenstimmen entfalteten sich auf dem soliden Fundament der Männerstimmen zu wohlklingendem Chorgesang von hoher Qualität, gewissermaßen auf dem Wege hin zur chormusikalischen Perfektion. Homogener Chorklang, sehr schön und ausgeprägt auch in den sensiblen Pianophasen, zum Beispiel bei Aas` „Father' oder Maierhofers „Little Baby Jesus Christ', bei dem beispielhaft die intensive Chorarbeit Kerns mit seinen beiden Ingenheimer Ensembles konkret erfahrbar wurde.
Sehr gelungen gerieten auch die Einsätze der beiden „vereinseigenen' Solisten Michael Haag und Stefan Bischoff mit ihren wohltuend natürlichen und unprätentiösen Stimmen.
Mit dem gemeinsam gesungenen Weihnachtschoral „Macht hoch die Tür' endete ein ausgezeichnetes Chorkonzert, das die Zuhörer, die Vorstand Andreas Schaurer in der voll besetzten Kirche begrüßt hatte, mit begeistertem Applaus bedachten.
Ehrungen
Gold-Lorbeeren bei der „Eintracht"
Im Rahmen des Konzertabends am Samstag ehrte der Präsident des Pfälzischen Chorverbandes, Hartmut Doppler, verdiente Sänger des Ingenheimer MGV „Eintracht" für ihre Treue zum Chorgesang und zum Verein.
So erhielt Kurt Merkel für 25 Jahre Singen im Chor die Silberne Ehrennadel mit Urkunde des Chorverbandes der Pfalz. Für 40 Jahre Chorgesang ehrte Doppler Werner Pfalzgraf mit Urkunde und Goldener Ehrennadel. Die Goldene Nadel samt Urkunde des Deutschen Chorverbandes für 50 Jahre Chorsingen erhielten Klaus Leonhardt und Günther Friedrich Scheib. (lif)
Hier gibt es die Bilder zum Konzert
Der Mörder als ModeratorRÜLZHEIM: A Vista-Chor spielt Auszüge aus dem Musical „Elisabeth" - „Sissis wahre Geschichte" in Szene gesetzt Der volle Parkplatz am Freizeitzentrum lässt es ahnen: Die Premiere des Frauenchors „A Vista' im Gesangsverein Einigkeit - unter Mitwirkung des Adhoc-Chors Ingenheim - war am Samstagabend ausverkauft. Präsentiert wurden Ausschnitte aus dem Musical „Elisabeth'.„Die wahre Geschichte' der österreichischen Kaiserin Elisabeth beginnt hundert Jahre nach ihrem Tod, im imaginären Reich der toten Zeitgenossen, wie sie im Prolog von schwarz verschleierten Chordamen dargestellt werden. Elisabeths Mörder Luigi Lucheni muss sich Nacht für Nacht vor einem unsichtbaren Richter rechtfertigen. Lucheni beschwört hier das längst untergegangene Reich der Habsburger noch einmal herauf. Für Elisabeth beginnt mit der Hochzeit ein unfreies Leben am Hofe. Mit dem Lied „Der letzte Tanz'bekennt hier schon der Tod (Klaus Brechtel), ein attraktiver junger Mann, seine Liebe drückt darin sowohl seine Enttäuschung als auch seine Siegesgewissheit aus. „Eine Kaiserin muss glänzen' singt die Erzherzogin mit herrischer Stimme. Elisabeth beschließt, sich zur Wehr zu setzen:„Ich gehör" nur mir'. Die Geburt des lang ersehnten Thronfolgers Rudolf verbessert Elisabeths Stellung am Hof nicht. Der Tod findet in ihrem kleinen Sohn Rudolf (Julian Heinzel), der sich oft einsam fühlt, einen willigen Zuhörer. Als der kleine Rudolf „Mama, wo bist Du' singt, sind, trotz einiger stimmlicher Unsicherheiten, die Herzen des Publikums erobert. Elisabeth hat bereits mit dem Leben abgeschlossen, als der Tod Lucheni die Feile überreicht, mit der er sie töten soll. Nach dem Attentat am Genfer See tritt der Tod an Elisabeth heran, gibt ihr den Todeskuss und führt sie in sein Reich. Elisabeth gehört nun ihm. Sie legt ihre Trauer ab, „Der Schleier fällt'. Lucheni erhängt sich im Gefängnis. Michael Weigel ist eine Idealbesetzung für die Rolle des Luigi Lucheni, des italienischen Anarchisten. Als Erzähler begleitet der Mörder der Kaiserin dynamisch und wortwitzig durch die Handlung. Beide Chöre präsentierten sich homogen und ausdrucksstark, prunkvolle Kostüme unterstreichen die Wirkung der Musik. Die übrigen Darsteller wissen ebenfalls durchweg zu gefallen. Die Band begleitete souverän durch das Programm. |
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